Reisebericht 2017

Liebe Patinnen und Paten,

wir sind am Samstag, 25. März 2017 von unserem 14-tägigen Kenya-Urlaub zurückgekommen und möchten ihnen gerne einiges berichten. Dieses Mal mussten wir schwitzen! Es war das erste Mal, dass wir im März dort waren kurz vor der Regenzeit. Es war unheimlich schwül, die Tagestemperaturen lagen zwischen 34°C und 38°C. Dafür hatten wir in der Nacht die von uns Deutschen so ersehnten lauen Sommernächte mit Temperaturen von 29°/30°C. Dazu ein leichter Wind - das war perfekt!

Gleich in den ersten Tagen haben wir die neue Schule St. Elizabeth Academy besucht. Die Schule hat ein sehr schönes, teilweise schattiges und großes Gelände. Es gibt in der Primary School 8 Klassen mit je 2 Zügen von ca. 20 Schülern. Die Secondary School hat 4 einzügige Klassen. Herr Chege, der Direktor, erzählte uns, dass ca. 400 Schüler diese Schule besuchen. Wir waren über die Mittagspause dort und konnten die Essensausgabe beobachten. Derzeit wird das Mittagsessen von 2 -3 Müttern zu Hause gekocht. Die Mütter wohnen in Schulnähe und verteilen dann in einem speziellen Raum der Schule das Mittagessen. Die Schüler werden klassenweise aufgerufen, holen ihr Mittagessen ab und nehmen es dann im Freien zu sich. Manche Schüler bringen ihr Essen von zu Hause mit. Wenige Mütter bringen das Essen rechtzeitig zur Mittagspause zu ihren Kindern in die Schule. Unsere Patenkinder werden alle in der Schule verköstigt, haben sozusagen All In. Der Unterricht beginnt um 7 Uhr morgens und endet um 16 Uhr am Nachmittag. Die Kinder haben von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr Mittagspause. Ein langer Schultag! Viele Kinder haben noch einen langen Nachhauseweg.

Die Schule wirkt sehr ordentlich und gut geführt. Die Kinder arbeiten konzentriert. Wenn man in ein Klassenzimmer schaute und grüßte, kam die Begrüßung im Chor zurück. Das war lustig und erinnerte uns an unsere eigene Schulzeit in den 60zigern/70zigern. Manche Lehrer in Deutschland würde sich eine so motivierte Lernhaltung wünschen. 

Da wir gehört hatten, dass die Schule einen Mangel an Sportgeräten hat, haben wir von Deutschland als Geschenk 11 Lederfußbälle mit Ballpumpen, Tennisringe und Springseile mitgebracht. Die Freude bei Herrn Chege war groß. Mit Begeisterung übernahm er selbst das Aufpumpen der Fußbälle.

Wir sind der Meinung, dass diese Schule eine gute Alternative zu Elimu ya Kenya ist. Es fehlen natürlich noch einige Dinge wie Nähmaschinen, Werkstätten mit Werkzeug usw. um einen praktischen Unterricht durchführen zu können oder auch die Schulbibliothek. In dieser Hinsicht gibt es noch Nachholbedarf. Aber wir stehen ja erst am Anfang unserer Partnerschaft. Herr Chege berichtete, dass sich unsere Patenkinder gut in der neuen Schule eingelebt haben. Wir haben unsere eigenen Patenkinder gefragt und sie konnten dies auch bestätigen. Häufig hat auch der Freund oder die Freundin mit die Schule gewechselt und dann war der Schmerz nur halb so groß.

Am Ende möchte ich ihnen noch ein Bild des Grundstücks unserer Patenfamilie zeigen als leuchtendes Beispiel dafür, dass die Erziehung unserer Patenkinder durch die Schule auch bis in die Familien hinein Wirkung zeigt. Als wir vor 5 Jahren die Familie zum ersten Mal besuchten lag noch überall auf dem Gelände Abfall herum. Wie es ja leider in Kenya auch allgemein üblich ist.

Dieses Mal kamen wir spontan und unangemeldet, da das Dorf in Schulnähe liegt. Wir trafen zwar niemanden zu Hause an, fanden aber direkt um das Haus ein ordentlich aufgeräumtes Gelände vor.

Auch dies bestätigt uns doch alle, dass wir auf dem richtigen Weg sind !

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