Reisebericht Mai 2018

Am 04.05.2018 sind wir am späten Abend in Nairobi angekommen. gleich am nächsten Morgen haben wir uns mit der Direktorin und Eigentümerin der St. Elizabeth Schulen Frau Wado verabredet. Mit ihr besichtigten wir ihre Mädchenschule in Karen. Es ist eine sehr große Schule mit Internat auf einem ca.16000 m² großen Gelände. Hier werden ca.700 Mädchen unterrichtet. Anschließend besichtigten wir ihre Schule für Jungen sowie die angrenzende Landwirtschaftliche Fachschule. Für uns war es sehr beeindruckend, was diese Frau unter sehr schweren Bedingungen an Bildungsmöglichkeiten geschaffen hat. Den restlichen Tag bis 23.00 Uhr haben wir mit ihr über viele Dinge und zukunftsorientierte Absprachen bezüglich unserer Arbeit an der Schule in Mombasa diskutiert. Sie bekräftigte weiterhin ihren Willen eines Schulneubaus in Mombasa. Weiterhin sagte sie uns zu, am Mittwoch nach Mombasa zu kommen, um an einem von uns angeregten Meeting mit den Lehrern teilzunehmen und sich persönlich ein Bild von unserem Gartenbauprojekt zu machen.

Am Sonntag flogen wir bei herrlichem Wetter nach Mombasa. Aber 10 Minuten vor der Landung wurde der Himmel so schwarz, als hätte jemand einen Vorhang zugezogen. Es regnete so stark, dass wir beim Verladen unserer Koffer ins Auto schon völlig durchnässt waren. Dieses Wetter hat die restliche Zeit angehalten, denn es war Regenzeit. Die riesigen Wasserlöcher, durch die wir ständig fahren mussten, wobei man nicht sah, was sich im Wasser befindet und teilweise das Auto keinen Bodenkontakt mehr hatte, haben unsere Mobilität sehr behindert.

Wir haben viele Gespräche geführt, die uns bestätigten, dass alles sehr gut vorangeht mit unseren Projekten und wir haben wieder feststellen dürfen, dass wir mit Dr. Judith, John, dem Projektanten des Schulgartenprojekts Mr. Utzel und vor allem dem Prinzipal der Schule Mr. Chege sehr gute und zuverlässige Partner haben.

Bei einem Treffen mit Mr. Utzel, Mr. Chege und einem betreuenden Gärtner am neugeschaffenen Schulgarten, waren wir über das Erreichte begeistert. Die Dachentwässerung ist installiert. Die zwei 10 000 l Tanks sind voller Wasser, unter dem Schattennetz sind sehr viele Gemüsesorten angebaut und vor allem die gepflanzten 220 Tomatenpflanzen stehen wie eine 1. Jede ist an einem Strick hochgebunden, gedüngt und Wege angelegt. Man rechnet pro Pflanze mit 5 kg Tomaten pro Ernte. Das sind bei 3 Ernten ca. 300 kg Tomaten im Jahr. Zu diesem Projekt sollte noch ein großer Erdtank mit 65 000 l hinzukommen. Nach Beratungen haben wir uns aber entschlossen, einen Brunnen bohren zu lassen. Dieser ist beständiger, leichter zu warten, sicherer und kostet nur die Hälfte wie der Erdtank. Wir haben an einem alten, auf einem anderen Gelände vorhandenen Brunnen eine Wasserprobe entnommen und in einem deutschen Labor untersuchen lassen. Das Wasser ist zur Bewässerung der Pflanzen geeignet.

Das Meeting mit den Lehren fand am Mittwoch statt. Obwohl Frau Wado leider ohne abzusagen (Afrika) nicht gekommen ist, waren es sehr gute und offene Gespräche. Auch der externe Deutschlehrer wurde dazu eingeladen. Ein Mädchen, das am Deutschunterricht teilnimmt, stellte sich in einigen Sätzen in deutscher Sprache vor. Auf Anregung von Kindergarten- und Unterstufenlehrern, dass für die kleinen Vorschüler 3 - 6 Jahre keinerlei Spielgeräte vorhanden sind (Schulzeit pro Tag 10 Stunden) haben wir aus den restlichen Mitteln für Sportgeräte den Kauf eine Wippe, einer Schaukel und einer Rutsche veranlasst. Auch der Vorschlag meiner Frau gemeinsam mit Dr. Judith im September mit den Mädchen ab Klasse 6 eine Veranstaltung über das Thema Empfängnisverhütung zu organisieren, fand ein sehr starkes Interesse.

Die Überraschung am Donnerstag war der Anruf von Frau Wado. Sie sei nun in Mombasa und wolle sich mit uns 10.15 Uhr an der Schule treffen.  Als sie tatsächlich um 12.30 Uhr eintraf, besichtigenden wir die Schule und den Schulgarten. Sie war zutiefst beeindruckt und begeistert von den  vielen Pflanzungen und sie stellte auch fest, das vor zwei Jahren kaum ein Buch in der Schule zu sehen war, heute aber so viele Bücher in den Klassenräumen vorhanden sind. Sie bedankte sich sehr für die Unterstützung durch unseren Verein und stellte fest, dass sich durch unsere Hilfe die Qualität des Unterrichts deutlich verbessert hat. Sie hat uns fest zugesagt, mit dem Stromversorger über die Bereitstellung von elektrischem Strom für die Schule zu verhandeln. Wir haben in dieser Woche nochmals den Kauf von Schulbüchern und Lernmittel für ca.3000 € veranlasst. Für die Verwaltung dieser Bücher sind zwei Lehrer verantwortlich. Wir konnten uns davon überzeugen, dass diese eine sehr gute Statistik über jedes Buch führen: Eingang, an wen verliehen, Rückgabe, Zustand.  Bis heute ist kein Buch abhandengekommen (die Bücher bleiben Eigentum des Vereins und werden an die Schule verliehen).

Es waren sehr anstrengende Tage, aber wir haben die Projekte des Vereins wieder ein Stück stabilisiert und vorangebracht. Am Freitagmorgen sind wir wieder nach Nairobi geflogen unser Nachtflug zurück nach Deutschland startete um 23.00 Uhr.

Nun bereiten wir uns auf die Gruppenreise im September vor.

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